Auf dieser Seite können Sie die Entstehungsgeschichte des Dortmunder Beginenhofs nachlesen und den gemeinnützigen Verein Beginen Dortmund e.V. kennenlernen. Außerdem informieren wir Sie mit Fotos und Berichten über Veranstaltungen, die wir durchgeführt haben.

März 2001 Ein Informationsbesuch einiger Dortmunderinnen im Beginenhof Bremen motivierte Rosemarie Ring und Helga Steinmaier (FOPA e.V.), in Dortmund einen Beginenhof zu initiieren.

Juli 2001 Erstes Treffen von Frauen zum Thema: Beginenhof in Dortmund, anwesend ca. 7 Frauen, u.a. Birgit Pohlmann Rohr, die als Moderatorin für alle weiteren Treffen gewonnen werden konnte.

August 01 Antrag auf Förderung der Projektberatung aus dem Landesprogramm "Neue Wohnformen für ältere und pflegebedürftige Menschen".

September 01 Erstes gemeinsames Wochenende der Beginen in Getelo u.a. mit der Entscheidung, den Beginenhof als zu gründende Genossenschaft auf dem Gelände der der Ev. Kirche in der Gut-Heil-Straße zu entwickeln.

2001/ 2002 Die Vereinigten Kirchenkreise Dortmund und FOPA Dortmund e.V. bieten, angeregt durch die Gruppe, im Reinoldinum eine Veranstaltungsreihe "Beginen" an.

Okt. 2001 Informationsveranstaltung u.a. mit der Initiatorin des Bremer Beginenhofs Frau Erika Riemer Noltenius vor ca. 80 Frauen

Nov. 2001 Zukunftswerkstatt zu Wünschen und Ideen als "Keimzelle" für die Gründung eines Dortmunder Beginenhofs mit ca. 50 Frauen

Jan. 2002 FOPA und Vereinigten Kirchenkreise (VKK) laden zu einer Podiumsdiskussion mit potentiellen KooperationspartnerInnen aus der Wohnungswirtschaft (ca. 60 Besucherinnen)

März 2002 Renate Hubatsch und Ulrike Kilp-Aranmolate von den VKK organisieren eine Exkursion zum Beginenhof in Bremen, an der rund 50 Frauen teilnehmen.

ab April Die Vereinigten Kirchenkreise stellen den Beginen für weiteren Seminare und Treffen das Reinoldinum zur Verfügung.

seit 2002 vierzehntägig Gruppensitzungen der wachsenden Gruppe Einzugsinteressierten, um gemeinsam das Wohnprojekt zu konkretisieren und zu gestalten.

Dez 2002 Antrag zur Förderung einer Genossenschaftsgründung an das Landesministerium für Städtebau und Wohnen, Kultur und Sport und Einwerbung von Mitteln für Sozialwohnungen

2002 - 2004 nach und nach werden mehrere, meist nur teilweise leer stehende Häuser im Bestand im Dortmunder Norden besichtigt, aber von der Gruppe aus verschiedenen Gründen als Standort abgelehnt.

Aug. 2003 Das Grundstück in der Gut-Heil-Straße wurde der Moderatorin von der Ev. Kirche angeboten.

Sept. 2003 Erstes gemeinsames Wochenende der Beginen in Getelo u.a. mit der Entscheidung, den Beginenhof als Genosseschaft zu gründen und einen Neubau auf dem Gelände der Ev. Kirche in der Gut-Heilstraße zu entwickeln.  Formulierung der Grundlagen für das Gemeinschaftsleben (Beginenphilosophie)

seit Okt. 2003 einmal pro Monat ein zusätzliches Treffen am Samstag in einer Privatwohnung, später in der Markusgemeinde, Gut-Heil-Straße, mit dem Ziel, einander noch intensiver kennenzulernen..

Nov./ Dez. 2003 Die Beginengruppe beauftragt die Architektin Hiltrud Enders, Düsseldorf, mit einem Vorentwurf, der mit der Gruppe gemeinsam erarbeitet wurde. Auf dieser Grundlage wurden mit der Ev. Kirche, dem Planungsamt und dem Wohnungsamt (Wohnungsbauförderung) Verhandlungen aufgenommen.

Anfang 04 Einleitung der Veränderungsverfahrens des Bebauungsplanes zugunsten des Beginenprojektes.

März 2004 Das Wohnungsamt vermittelt den Kontakt zu einer Investorin, Frau Sommereisen, die das Projekt mit ihrem Ehemann und Herrn Bals errichten will

Juni 2004 Wochenendtreffen der Beginen in Löllinghausen u.a. mit:

* Neuregelung der Aufnahmebedingungen für die zukünftigen Beginen/Bewohnerinnen.

* Vereinsgründung wird angestrebt

* Einrichtung von Arbeitsgruppen

Juli 2004 Verhandlungen zwischen Investorenteam und Grundstückseignerin Evangelische Kirchenkreise über die Bedingungen für einen Erbbaurechtsvertrag

Sept. 2004 Der Erbbaurechtsvertrag wird beurkundet.

Nov. 2004 Antrag auf Anerkennung als Agendaprojekt der Stadt Dortmund

Dez. 2004 Arbeitswochenende im Frauenferienhaus Zülpich u.a. mit

* Gründungsversammlung des Vereins Beginenhof Dortmund

* Entwurf für den Kooperationsvertrag

Jan 2005 Verleihung des Agendasiegels der Stadt Dortmund an die Planungsgemeinschaft Beginenhof Dortmund

seit Jan. 05 regelmäßige Besprechungen mit den InvestorInnen über die Bauplanung und später über den Baufortschritt

März 2005 Kooperationsvertrag mit dem InvestorInnenteam

Feb 2005 Arbeitswochenende in Gevelsberg mit

* Besprechung der Infrastruktur u.a. Gemeinschaftseinrichtungen

* Besprechung der Gartengestaltung

* Umsetzung der Leihgemeinschaft für den Aufzug

März 2005 der Bauantrag wird genehmigt

April 2005 Spatenstich für den Beginenhof Dortmund mit großem Fest

Mai 2005 Der geänderte Bebauungsplan wird rechtskräftig: Der Bau kann beginnen!

Juni 2005 Grundsteinlegung für den Beginenhof Dortmund

Aug. 2005 Richtfest des Beginenhofs Dortmund

Jan 2006 Die ersten Beginen ziehen ein

Mai 2006 Eröffnung der Physiotherapiepraxis von Susanne Bartsch im Beginenhof

13. Mai 06 Einweihungsfest des 1. Beginenhofs in Dortmund

Verein:

Öffentliche Veranstaltungen:

Bericht zur Veranstaltung am 24.09.06 „…zu Gast bei Freundinnen“

Unter diesem Motto lernten Mabel Moyo und Bertha Jambaya von Jekesa Pfungwa/Vulingqondo (JPV) den Beginenhof Dortmund, ein deutsches Frauenwohnprojekt kennen und berichteten dort über den Aufbau von und die Arbeit mit Frauenprojekten in Zimbabwe vor ca. 30 Frauen und Männern.

JEKESA PFUNGWA / VULINGQONDO (JPV) ist eine nichtstaatliche, schwarze Frauenorganisation in Zimbabwe. Sie berät und schult Frauen auf dem Land und in den ärmeren Stadtvierteln (townships). Die Gründung und Führung von Einkommen schaffenden Projekten steht im Vordergrund der Arbeit. BERTHA JAMBAYA (Director) und MABEL MOYO (Deputy Director) arbeiten seit 1975 für JPV. Sie koordinieren die Arbeit von 20 Fieldworkerinnen, die die Frauen beraten und schulen.

Am 24.09.06, einem warmen sonnigen Tag, besuchten die beiden Zimbabwerinnen den Beginenhof in Dortmund, ein neues Frauenwohnprojekt. Das Zusammentreffen verlief sehr herzlich und mit viel Interesse aneinander.

    Gemeinsames Essen im Gemeinschaftsraum

Beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Gemeinschaftsraum erzählte Helga Steinmaier vom Vorstand der Beginen die Geschichte der Beginen und beschrieb die Ziele der modernen Beginen in Deutschland. Anschließend gab es einen intensiven Austausch über das Leben von Frauen hierzulande und in Zimbabwe. Auf beiden Seiten entstand durch die jeweiligen Fragen ein neuer Blick auf die eigene „Normalität“. So war für Frau Moyo und Frau Jambaya besonders die Tatsache beeindruckend, dass Frauen in Deutschland öffentlich ohne Männer zusammen wohnen können, ohne dafür massiv angefeindet oder sogar angegriffen zu werden. Auf der anderen Seite hörten die Beginen mit Spannung die lebendigen Geschichten vom starken Familienzusammenhalt und der „extended family“ in Zimbabwe mit ihren vielen „Müttern“ und „Vätern“ und „Brüdern“ und Schwestern“.

Diese Gespräche gingen auch während des Rundgangs über das Gelände des Beginenhofs weiter, bei dem Frau Moyo und Frau Jambaya in die Wohnungen schauen konnten und interessante Tipps für das Gartengelände der Beginen gaben, das zu diesem Zeitpunkt noch brach lag.

Die Gäste schauten sich interessiert um.  

Anschließend wurde ein zimbabwisches Gericht serviert, das von Frauen der Frauengruppe des Zimbabwenetzwerks in der Zwischenzeit zubereitet worden war und von allen auf traditionelle Art mit den Fingern gegessen wurde.

Zum Auftakt der öffentlichen Abendveranstaltung spielte die Dortmunder Frauenpercussionsgruppe „Macadames“. Die Musik ging allen in die Füße und regte zum Tanzen an!

       

Gute Laune war an diesem Tag ständige Begleiterin!

Dann gab Conny Schnitt von der Frauengruppe des Zimbabwe Netzwerkes eine kurze Einführung in die Geschichte Zimbabwes. Sie schlug einen großen Bogen von der Kolonialgeschichte über den Befreiungskampf und die hoffnungsvolle Aufbruchstimmung der ersten Jahre der Unabhängigkeit bis zur gegenwärtigen schweren Krise in Zimbabwe.

Vor diesem Hintergrund konnte nachvollzogen werden, in welch unterschiedlichen Situationen Frau Jambaya und Frau Moyo ihre Arbeit für die Frauen von Zimbabwe in den vergangenen dreißig Jahren geleistet haben und wie unermüdlich sie an ihrem Ziel festgehalten haben, Frauen zu „ermächtigen“, wie es in den Milleniumsentwicklungszielen formuliert ist.

In einem Film von Annelie Klother und Walter Kropp vom Baobab-Afrikaprojekte-Verein wurde die praktische Arbeit von JPV anschaulich vorgestellt. In der anschließenden Diskussion gab es dann viele Fragen zu den Lebensbedingungen in Zimbabwe: Wem gehört das Land? Wer bearbeitet das Land? Wer baut die Häuser? Wie ist der Tagesablauf einer Landfrau in Zimbabwe? Was machen die Männer? Wie ist das Leben in der Stadt? Wie funktioniert ein chingwa stove? Gehen alle Kinder in die Schule? Welchen Einfluss hat die Politik auf die Arbeit? Frau Jambaya und Frau Moyo beantworteten alle Fragen unermüdlich und sehr kompetent und oft verbunden mit anschaulichen Alltagsgeschichten. Eine sehr gelungene Begegnung und eine runde Veranstaltung!